Was tun gegen Durchfall?

Coop Vitality Apotheke

Dr. Pülverli

Coop Vitality Apothekerin

Durchfall ist für den Betroffenen nicht nur unangenehm – er kann auch zu einer gesundheitlichen Gefahr werden. Vor allem, wenn er länger anhält. Doch auch kurze Darm-Attacken haben es in sich. Erfahren Sie dazu hier das Wichtigste.

Von Durchfall (Diarrhoe/Diarrhö) spricht man bei mehr als drei Stuhlgängen pro Tag in flüssiger oder sehr weicher Konsistenz, meist mit erhöhtem Stuhlvolumen. Beim Baby, Kleinkind und älteren Menschen kann der so verursachte Verlust von Wasser und Elektrolyten in kurzer Zeit gefährlich werden und zu einer Austrocknung (Dehydration) führen. Der Ersatz der Flüssigkeit ist in diesen Fällen die wichtigste Therapiemassnahme.

Man unterscheidet zwischen akuten oder chronischen Durchfällen. Wobei das Unterscheiden nicht immer einfach ist. Es gilt die Regel: Durchfälle, die länger als zwei Wochen anhalten, gehören zum Arzt. Chronische Durchfälle können akut beginnen und zwischendurch wieder symptomlos sein. Ihnen liegt häufig eine andere Erkrankung zugrunde und sie müssen daher stets ärztlich abgeklärt werden.

Durchfall Ursachen

Die Ursachen für Durchfall sind vielfältig. Im akuten Fall sind es vielleicht Bakterien oder Viren, Medikamente, eine Lebensmittelvergiftung oder eine andere Vergiftung. Auch Stress, Nervosität und Angst sind mögliche Verursacher – oder eine Strahlen-Therapie, wie auch Gefässverschlüsse im Darm. Dagegen können Lebensmittelunverträglichkeiten zu chronischem Durchfall führen. So auch Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Reizdarm. Erkrankungen wie etwa Dysfunktionen der Schilddrüse, Diabetes, oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung führen ebenfalls dazu.

Die Therapien bei Durchfall

Bei Durchfall steht der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts und der Mineralsalze im Vordergrund. Dafür eignen sich elektrolythaltige Getränke. Was essen bei Durchfall? Wir empfehlen Schonkost. Zudem kann das Stoppen des Durchfalls sinnvoll sein, wie auch Aufbau und Unterstützung der Darmflora mit Probiotika. Allenfalls müssen die Giftstoffe speziell gebunden werden. Wichtig: das Ersetzen von Flüssigkeit und Elektrolyten sollte in kleinen Portionen erfolgen, da grosse Mengen von mehr als 1 dl auf einmal wieder Stuhldrang auslösen können. Bei chronischem Durchfall geschieht die Behandlung der Grunderkrankung durch den Arzt.

Durchfall stoppen oder nicht?

Durchfall hat auch eine natürliche Schutzfunktion für den Körper, da so Giftstoffe und Krankheitserreger schnell und effizient ausgeschieden werden. In der Regel empfiehlt es sich daher, die Darmflora zu stärken, leichtverdauliche Kost zu sich zu nehmen und das Ende des Durchfalls abzuwarten.

Stoppen sollte man nur in diesen Fällen: Wenn grosser Flüssigkeitsverlust droht – vor allem wenn auch Erbrechen dazu kommt. Oder wenn äussere Umstände einem dazu zwingen, wie eine Reise im Outback, keine sanitären Einrichtungen, etc. Medikamenteninduzierte Durchfälle (Antibiotika, Abführmittel, usw) sollten nicht (selbstständig) mit weiteren Medikamenten gestoppt werden.

Vorbeugen – Reiseapotheke – Tipps

Achten Sie auf gute Händehygiene; bei Reisen in Entwicklungsländer auch regelmässige Händedesinfektion. Vorbeugende Stärkung der Darmflora mit Probiotika. Beherzigen Sie auf Reisen den Grundsatz: „Cook it, boil it, Peel it or forget it!“. Verwenden Sie Mineralwasser aus Flaschen – auch zum Zähneputzen. Verzichten Sie auf Eis in Getränken. Kontrollieren Sie Ihren Impfstatus vor Reisen. In die Reiseapotheke gehören: Probiotika, Medikamente zum Stoppen des Durchfalls und Erbrechen, Mittel zum Ausgleich des Elektrolythaushalts, Händedesinfektionsmittel, Desinfektionstüchlein.

Durchfall